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Geschichte des Krieger- und Reservistenvereins
Neukirchen b.Hl.Blut
Am 29. November 1874 wurde der Verein gegründet.
Die erste Ausschuß- Sitzung fand am 24. Januar 1875 statt.
Die Männer der ersten Stunde waren als Vorstand der Apotheker Max Schreiner und als Schiftführer der Marktschreiber Rieß.
Dem Ausschuß gehörten Alfons Staudacher, Georg Fischer, Franz Simeth, Xaver Altmann, Franz Weber und Josef Neumeier an.
Bereits am 26. September 1875 wurde die erste Vereinsfahne zur Weihe getragen.
Laut Beschluß sollten die Kosten hierfür 500 Florin (Gulden) nicht übersteigen.Die tatsächlichen Kosten betrugen jedoch 657 Fl. und 2 Kreuzer. Zur Begleichung der Unkosten mußte ein Darlehen von 150 Fl aufgenommen werden. (255 Mark)
Zum Tode von König Ludwig II wurde im Juni 1886 eine Trauerfeier abgehalten. Am 20. August 1899 konnte man das 25 jährige Gründungsfest feiern. Patenverein war der Kriegerverein Zwiesel.
Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach wurde der damalige 1. Vorstand Michael Tiefenbrucker eingezogen. Der Gendarmerie-Wachtmeister Josef Prechtl übernahm bis zum 2. Januar 1916 die kommissarisch Führung des Vereins. Das Vereinskaptital von 240 Mark wurde dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt.
In den folgenden 2 Jahren waren 3 verschiedene Vorstände mehr oder weniger lange im Amt.
Von 01. Januar 1918 - 10. März 1918 ruhte der Verein gänzlich.
Erst mit der Wahl von Karl Weber zum 1. Vorstand ging es wieder bergauf.
1922 zählt der Verein 230 Mitglieder.
Am 24. August 1924 konnte das 50 jährige Gründungsfest begangen werden.
Zugleich wurde eine neue Fahne geweiht. Fahnenmutter war Kathi Dimpfl. 1928 wurde ein Comitee gewählt, daß sich die Errichtung eines Kriegerdenkmals zum Ziel gesetzt hatte. Zum Hauptorganisationsleiter wurde Wolgang Breu fulgo "Hoartl" bestimmt.
Nach langen Verhandlungen mit den Gemeinden Neukirchen, Atzlern und Vorderbuchberg sowie mit dem beiden anderen Kriegervereinen, dem Krieger- und Kampfgenossenbund und dem Elferverein, konnte 1931 das Kriegerdenkmal in Auftrag gegeben werden. Den Auftrag bekam Prof. Sansoni von der Bildhauerschule in Wunsiedel.
1932 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht.
In einer Versammlung am 25. Februar 1934 wurden die drei Kriegervereine in Neukirchen auf Druck der NSDAP zusammengeschlossen. Der Verein erhielt den Namen Krieger- und Veteranenverein Neukirchen b.Hl.Blut. Gleichzeitig wurde durch den damaligen Gendarmerie-Kommandanten Mayer das Gesetz zur Gleichschaltung erläutert.
Im Zuge dieses Gesetzes gingen sämtliche Vereinsaufgaben und bisherigen Tätig-keiten auf die Partei über. Obwohl als Vereinsführer noch Georg Schreiner gewählt wurde, bedeutete die Gleich-schaltung das Ende des Vereins vor dem 2. Weltkrieg.
Der 2. Weltkrieg brachte Tod und Vernichtung nach Europa. Nie wieder Krieg hieß es überall.
Aber was am 9. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands enden sollte, war beileibe nicht das Ende des Krieges. Tausende von Menschen wurden noch Opfer der Vertreibung, von Racheakten und sogenannten Säuberungsmaßnahmen. Tausende von Soldaten starben in den Kriegsgefangenenlagern in Sibirien. Und die wenigen, die ihre Heimat wiedersahen, waren verwundet oder gezeichnet von dem Grauen, daß sie erleben mußten. Für sie war es Pflicht an ihre toten und vermißten Kameraden zu erinnern und ihnen zu gedenken.
Am 04. Dezember 1952 traf man sich im Gasthaus Ludwig Späth in Neukirchen, um den Krieger- und Veteranenverein Neukirchen b.Hl.Blut wieder zum Leben zu erwecken. Initiator dieser Gründungs-Versammlung war Georg Schreiner. Der Verein nannte sich: Krieger- und Soldatenverein Neukirchen b.Hl.Blut.
Über die Ziele und Aufgaben des Vereins war man sich einig. Gedenken an die gefallenen und vermißten Kameraden. Hilfe für Kriegsversehrte und Hinterbliebene. Unterstützung für Kriegsrentner und deren Familien.
Franz Leonhard wurde zum 1. Vorstand gewählt.
Am 18. September 1955 konnte das 80 jährige Gründungsfest gefeiert werden. Festmutter war Agnes Simeth aus Vorderbuchberg. Besonderer Höhepunkt in der Nachkriegsgeschichte war das 90 jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe, verbunden mit einer Kriegerwallfahrt vom 11. - 12. Juli 1964.
Fahnenmutter war Fanny Schreiner. 104 Vereine aus Niederbayern und der Oberpfalz waren der Einladung gefolgt. Da es 1964 noch keine Festzelte gab, mußten die Vereine in den umliegenden Gaststätten in Neukirchen, Mais, Atzlern, Vorder- und Hinterbuchberg untergebracht werden.
1964 trat Josef Wollinger als erster Reservist der Bundeswehr dem Verein bei. Weitere Reservisten folgten und man erkannte, daß dadurch die Zukunft des Vereins gesichert werden kann.
Aus diesem Grund wurde am 18. Juni 1974 die Reservistengruppe gegründet.
Die Reservistengruppe war dem Verein angeschlossen, bildete jedoch eine für sich eigene Gemeinschaft.
Erster Reservistenführer wurde Ferdinand Obermeier
Von 12. -15. Juli 1974 konnte das 100 jährige Bestehen gebührend gefeiert werden. Festmutter war Fanny Schreiner, Schirmherr Landrat Ernst Girmindl und Ehrenschirmherr MSG Josef Krottentaler. Patenverein war die SuKK Furth im Wald. Die Organisation lag in den Händen von Alois Fischer.
Aus gesundheitlichen Gründen trat der langjährige 1. Vorstand Franz Leonhard. 26. Dezember 1977 zurück. In seiner langen Amtszeit mußte er 121 Mitglieder des Vereins zu Grabe geleiten. Sein Nachfolger wurde Alois Fischer aus Vorderbuchberg.
Das 110 jährige Gründungsfest wurde 1984 vereinsintern gefeiert.
Am 01. November 1984 trat die Reservistengruppe Neukirchen unter Führung des damaligen Reservistenführers Anton Späth dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr bei.
Am 03. Dezember 1984 verunglückte der 1. Vorstand Alois Fischer tödlich. In einer außerordentlichen Generalversammlung am 24. Februar 1985 im Vereinslokal Wollinger wurde der langjährige Kassier Ernst Bartag zum 1. Vorstand gewählt.
In den folgenden Jahren erlebte der Verein einen Aufschwung. Die Reservistengruppe unter Führung des neuen Reservistenführers Hermann Amberger wurde zusehends stärker. Der Verein wurde umbenannt in Krieger und Reservistenverein Neukirchen b.Hl.Blut.
Vom 16. - 19. Juni 1989 konnte der Verein mit Glanz und Gloria das 115 jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe verbunden mit der Weihe eines Reservistenbandes begehen. Zum Patenverein hatte man die KuSK Rittsteig erbeten. Fahnenmutter war Anne Obermeier, Reservistenbandbraut Maria Sterr, Schirmherr Robert Altmann und als Festleiter fungierte Albert Maller.
Der Generationswechsel wurde am 07. Januar 1990 vollzogen. Mit Albert Maller wurde ein Reservist zum 1. Vorstand gewählt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte sich der neue Vorstand einer schweren Bewährungsprobe zu unterziehen.
Im Zuge der Marktplatzsanierung sollte das Kriegerdenkmal seinen angestammten Platz unter den Linden verlieren und zum Marktturm gerückt werden. Der Widerstand gegen diese Maßnahme war vehement. Man versuchte mit allen Mittel gegen die vom Marktrat bereits abgesegnete Umsetzung vorzugehen.
Nach langen Verhandlungen und Debatten gab man 1992 den Widerstand auf, nachdem von der Gemeinde eine gründliche Renovierung und eine anteilsmäßig großzügige Übernahme der Kosten zugesagt wurde.
Am 4. Dezember 1992 wurde der 40 Jahrtag der Wiedergründung des Vereins gefeiert.
Bei der Generalversammlung am 10. Januar 1993 wurden auch die letzten Fuktionsposten des Vereins mit Reservisten besetzt und man verabschiedete die Pioniere des Vereins Ehrenvorstand Ernst Bartag als Kassier und Alois Weiß als Schriftführer aus ihren Ämtern.
Zum 20 jährigen Gründungsfest der Reservistengruppe am 18. Juni 1994 im kleinen Rahmen wurde eine Waffenschau organisiert und am Abend ein Ehrenabend für verdiente Reservisten durchgeführt.
Mit den Vereinen der Gemeinde Neukirchen wurde vom 15. - 17. Juni 1996 die Einweihung des renovierten Kriegerdenkmals am neuen Standort begangen, die BGR Ulrich Murr feierlich vollzog.
Vom 06. - 09. August 1999 konnte der Krieger- und Reservistenverein sein 125 jähriges Gründungsfest feiern. Als Dank an unsere alten Kameraden, so lautete das Motto dieses Festes.
Unter Mithilfe aller Aktiven konnte bei sonnigen Wetter ein großartiges Fest gefeiert werden Festmutter war Angelika Multerer, Schirmherr Ehrenmitglied Alois Weiß, Festbraut Sonja Kolbeck. Als Patenverein wurde die KuRK Hohenwarth aktiv und als Ehrenpatenverein die KuSK Rittsteig.
Am 31.05.2003 konnte der Verein den 50. Jahrtag der Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg feiern. Gleichzeitig kam auf den Verein die Ehre zu, anlässlich dieses Jubiläums, die neue Kreisstandarte des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, Kreisgruppe Oberpfalz Ost weihen zu lassen. In einem feierlichen Gottesdienst in der Marktkirche wurde der Weiheakt durch Pater Raymund vom Franziskanerkloster Neukirchen und dem Militär Pfarrer des Standortes Cham vollzogen.
Vom 30. Juli bis 1. August 2005 erwies man als Patenverein beim 100 jährigen Gründungsfest dem Nachbarverein KuSK Rittsteig die Ehre. Mit einer großen Abordnung nahm der Verein an diesem Fest teil. Als Patenbraut fungierte Beate Amberger.
Nach einstimmigen Beschluss im Vereinsausschuss wurde 2006 die schöne Vereinsfahne von 1964 durch die Firma Kössinger in Schierling restauriert und in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt.
Unter Beteiligung aller Vereine aus dem Gemeindegebiet Neukirchen und den Patenvereinen KuSK Rittsteig und KuRV Hohenwarth wurde die Fahne am 3. Juni 2006 durch Pfarrer Georg Englmeier feierlich geweiht.
Die Fahnenmutter von 1989 Anne Obermeier wurde auf Grund ihrer Verdienste um den Verein anlässlich ihres 60. Geburtstages 2009 zum Ehrenmitglied ernannt
Der Verein hat nunmehr mit der Ehrenfahnenmutter Fanny Schreiner, Fahnenmutter Anne Obermeier, Josef Brandl, Franz Gerl, Anton Mühlbauer, Georg Brandl, Xaver Breu und Josef Brandl 8 Ehrenmitglieder
Heute ist der Krieger- und Reservistenverein Neukirchen b.Hl.Blut nach wie vor einer der größten und aktivsten Vereine unserer Gemeinde.
Mit Gott für Heimat, Frieden und Freiheit.
(Inschrift unserer Vereinsfahne)
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